Spielen für ein einziges Lächeln
Blechbläser non "NRW Brass" musizieren für krebskranke Kinder. Benefizkonzert und Besuch der Station
von Kristin Skoberne
Holsterhausen.
"Wenn wir nur eine einziges Kind zum Lächeln gebracht haben, dann hat
es sich schon gelohnt", bekräftigte Musiker Ludger Starke nach seinem
Bsuch des Uniklinikums an der Hufelandstraße. Gemeinsam mit neun
weiteren Mitgliedern des Blechbläserensembles "NRW Brass" spielte
Starke ein kleines Konzert für die Patienten der Station K3 in der
Kinderklinik.
K3, das ist die Onkologie-Station. Die Kinder, die
hier liegen, teilweise nicht einmal zwei Jahre alt, haben Krebs. Und
auch wenn ein wenig Musik an diesem Schicksal nicht viel ändern
kann, so gaben die jungen Blechbläser doch ihr Bestes, um einen
Vormittag lang Freude und Spaß auf der Station zu verbreiten.
Großes
Staunen herrschte vor allem, als Trompeter Helmut Lieder bewies, dass
eine Trompete im Prinzip nichts anderes als ein Schlauch mit
angeschlossenem Trichter ist.
Er zauberte einen Gartenschlauch
herbei, steckte ihn an eine Gießkanne und spielte, wenn auch mit
schiefen Tönen, eine Melodie auf dem selbstgebauten Instrument. Die
Kinder waren begeistert, das Gelächter war groß.
Im Anschluss an
das Kunststück gab es auch noch richtig gute Töne zu hören. Nämlich als
das Ensemble ein eigens für die Kinder zugeschnittenes Konzert spielte.
Da schallten dann bekannte Film- und Fernseh-Melodien über die
Krankenhausflure, von Biene Maja, über Pippi Langstrumpf bis hin zur
Sendung mid der Maus. Auch an die Eltern wurde gedacht: Für sie hatten
die Musiker von "NRW Brass" ein Frank Sinatra-Medley im Gepäck. "Ein
tolles Konzert. Da war für uns beide was dabei", schwärmte Mutter
Barbara Kreissl, auf dem Arm ihren knapp zweijährigen Sohn Samuel. Und
auch die anderen Kinder schienen angesichts des Trubels auf der Station
zufrieden zu sein.
Manfred Schneider verwunderte das nicht: "Das
ist schließlich das erste Mal, dass hier bei uns ein richtiges Konzert
gespielt wird", berichtete der Stationsleiter. "Die Musiker sind ganz
großartig auf die Kinder eingegangen", sagte er weiter. Er sei froh,
dass der Kontakt zu "NRW Brass" zustande gekommen sei.
Mit dem
etwa einstündigen Besuch der Station endete das Engagement der Musiker
jedoch noch nicht. Am Abend spielten sie im Audimax des Uniklinikums
ein Benefizkonzert zugunsten der Kinderkrebsstation.
Hier
wurde nicht auf Maja und Pippi-Melodien zurückgegriffen, sondern auf
das aktuelle Sommerprogramm der Blechbläsergruppe unter dem Titel "Von
Praetorius bis Chick Corea". Dahinter verbirgt sich eine große
musikalische Bandbreite mit Stücken aus der Renaissance bis hin
zu Kompositionen aus dem späten 20. Jahrhundert. Mit ihrer Arbeit
dürften die jungen Blechbläser dieser Tage somit durchaus für mehr als
ein Lächeln verantwortlich sein.
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NRW
Brass spielt im Kammermusiksaal
Ensemble präsentiert im Beethoven-Hausbuntes Programm von Renaissance
bis zur Gegenwart
Von Thomas
Kirchhoff
Bonn. Wenn
"NRW Brass" in ihrem "Sommerkonzert" im Kammermusiksaal des
Beethoven-Hauses aufspielen, fällt es recht schwer, still in den
Stuhlreihen sitzen zu bleiben - zu mitreißend ist das stilistisch bunte
Programm von der Renaissance bis in die Gegenwart.
Seit 2007
hat Tobias Füller die künstlerische Leitung des motivierten Ensembles
inne, das mit Enrique Crespos (geb. 1941) feierlichem "Spirit of Brass"
eröffnete. Dissonante Schärfe kommt darin nicht zu kurz, wohingegen in
Praetorius' Tänzen aus "Terpsichore" die schnell wechselnden Themen und
Stimmungen meisterhaft herausgespielt wurden. Wie erhaben Richard
Wagners "Parsifal" mit sechs Posaunen und zwei Hörnern klingen kann,
wurde mit arrangierten Themen aus dem Bühnenweispiel eindringlich
vorgeführt.
Artikel vom 31.08.2009 , General Anzeiger
Bonn
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